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Personenschäden



Erste Hilfe bei Verkehrsunfällen

Der Erste-Hilfe-Kurs gehört zum Pflichtprogramm für jeden Fahrschüler. Doch bei vielen Autofahrern ist das Wissen in Vergessenheit geraten. Aus Angst etwas falsch zu machen, kommt es immer wieder vor, dass im Ernstfall gar nicht geholfen wird oder lebensrettende Sofortmaßnahmen viel zu spät eingeleitet werden. Dabei kommt es bei der Rettung Verletzter auf jede Minute an: Hirnschädigungen beginnen bereits vier Minuten nach dem letzten Herzschlag, nach etwa zehn Minuten tritt der Hirntod ein. Jeder Mensch ist gemäß § 323 c des Strafgesetzbuchs zur Hilfeleistung verpflichtet. Unterlassene Hilfeleistung bestraft der Gesetzgeber mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr.

Erste Schritte vor Ort

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Gesamtsituation an der Unfallstelle. Wieviele Verletze gibt es? Wie schwer sind die Verletzungen? Wer benötigt zuerst Hilfe. Sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck ab. Schalten Sie die Warnblinkanlagen der beteiligten Fahrzeuge ein. Beseitigen Sie ggf. gefährliche Trümmerteile von der Fahrbahn und aus der Nähe der Verletzten. Um Infektionen zu vermeiden, legen Sie Schutzhandschuhe an, bevor Sie mit dem Blut der Verletzten in Kontakt kommen können. Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Bergen Sie die Verletzten aus der Gefahrenzone.

Stark blutende Wunden mit einem Druckverband versorgen. Fremdkörper nicht aus der Wunde entfernen, das kann die Blutung verstärken.

Prüfen Sie die Atmung des Verletzten. Sofern er atmet aber keine Reaktion auf Ansprache zeigt, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.

Atmet der Verletzte nicht und ist kein Pulsschlag vorhanden, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

In beiden Fällen sofort einen Notruf mit dem Mobiltelefon absetzen.

Verletzte mit der Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten warmhalten.

Notruf absetzen - Ruhe bewahren


Damit die Helfer des Rettungsdienstes möglichst schnell an den Unfallort gelangen und optimal auf die Verletzten vorbereitet sind, sollten Sie ihren Notruf kurz vorbereiten, Ruhe bewahren und mit dem Anruf folgende Fragen beantworten:
  • Wo befindet sich die Unfallstelle?
  • Was ist passiert?
  • Wieviele Verletzte gibt es?
  • Welche Verletzungen liegen vor?
  • Wie schwer sind Schädigungen?
  • Gibt es Bewusstlose?


Legen Sie nicht gleich auf, geben Sie der Notrufzentrale nach der Schilderung der wichtigsten Fakten Gelegenheit für Rückfragen. Unter den Notrufnummern 112 sind die Feuerwehr, unter der 110 die Polizei und unter der 19222 Notarzt und Rettungswagen erreichbar.


Stabile Seitenlage - Lagerung von Bewusstlosen


Die stabile Seitenlage dient dazu, die ungehinderte Atmung eines Bewusstlosen zu garantieren. Sie verhindert, dass das Unfallopfer an Erbrochenem oder der eigenen Zunge erstickt. Mit diesen Handgriffen bringen Sie den Verletzten in die richtige Position:

Knien Sie sich neben den Verletzten, entfernen Sie ggf. die Brille.

Schieben Sie den nächstliegenden Arm gestreckt unter den leicht angehobenen Körper.

Stellen Sie das nächstliegende Bein im Kniegelenk gebeugt auf den Fuß.

Den anderen Arm wie ein Dreieck über der Brust falten und die Hand auf die gegenüberliegende Schulter legen.

Fassen Sie Schulter und Hüfte der abgewandten Körperseite und ziehen Sie den Verletzten zu sich hin.

Der Verletzte liegt nun auf der Seite und zeigt mit dem Gesicht zum Helfer.

Den Arm, der unter dem Körper liegt, vorsichtig nach hinten herausziehen und anwinkeln.

Den Kopf vorsichtig nach hinten beugen und überstrecken, ggf. Erbrochenes oder Fremdkörper wie Zahnersatz entfernen.

Betten Sie den Kopf des Verletzten nun auf dem Handrücken des zugewandten Armes



Herz-Lungen-Wiederbelebung

Ist der Verletzte ohne Atmung, Bewusstsein und Pulsschlag, muss der Helfer nach seinem Notruf sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Dabei gilt für Erwachsene: Auf zwei Beatmungen folgen 15 Brustkorbkompressionen (Herzdruckmassagen):

Überstrecken Sie den Kopf des Verletzten, und blasen Sie dem Opfer Ausatemluft über Mund oder Nase ein. Wenn sich der Brustkorb deutlich angehoben hat, sollten zwei weitere Beatmungen folgen.

Setzen Atmung und Kreislauf danach nicht wieder ein, 15 Brustkorbkompressionen durchführen. Dazu den Oberkörper des Betroffenen freimachen.

Für die Herzmassage den Handballen etwa drei Finger breit über dem unteren Brustbein-Ende ansetzen. Mit beiden Händen bei gestreckten Armen den Brustkorb etwa vier bis fünf Zentimeter tief eindrücken. Es erfolgen jeweils 15 Brustkorbkompressionen im Wechsel mit zwei Atemspenden. Die Arbeitsfrequenz des Herzens sollte mit 100 Kompressionen pro Minute gehalten werden.

Beatmung und Herzmassage solange durchführen, bis beim Patienten wieder Atmung und Pulschlag feststellbar sind.